Wegen Drohungen gegen ihre Person: Rapperin Kate Tempest sagt Volksbühnen-Konzert ab – cultura

Die britische Rapperin Kate Tempest hat ihr für Anfang Oktober geplantes Konzert am Tempelhofer Flughafen abgesagt. Nach Aussagen ihres Managements ATC in London sei Tempest vermehrt per E-Mail und in den sozialen Medien bedroht worden, teilte die Volksbühne mit. Über detailliertere Angaben, von wem diese Drohungen stammen oder was diese beinhalten, schweigt sich die Agentur bisher aus. In den Kommentarspalten zum Konzert auf Facebook wird der 31-Jährigen jedoch wiederholt Antisemitismus vorgeworfen.

Tempest bekannte sich 2015 mit über 1220 britischen Künstlerinnen und Künstlern dazu, aus Solidarität mit Palästina keine professionellen Engagements in Israel anzunehmen (“UK Artists for Palestine”). Außerdem gilt sie als Unterstützerin der BDS-Bewegung („Boycott, Divestment and Sanctions“), die versucht Israel mit Boykottaufrufen und Sanktionen wirtschaftlich und kulturell zu isolieren.

Zuletzt hatte die Bewegung im August dieses Jahres zum Boykott gegen das Berliner „Pop-Kultur“-Festival aufgerufen, weil die israelische Botschaft unter den Sponsoren war. Die vier eingeladenen arabischen Bands und zwei britischen Bands blieben der Veranstaltung fern. Kultursenator Klaus Lederer bezeichnete das Vorgehen in einem Interview mit dem Tagesspiegel alswiderlich, Kulturstaatsministerin Monika Grütters nannte die Kampagneabsolut unerträglich”. Christian Morin, seit 2009 Musikkurator der Volksbühne, war Ko-Kurator des „Pop-Kultur“-Festivals.

Tempest wollte in Berlin ihr Album „Let Them Eat Chaos“ vorstellen. „Ich bedauere es sehr, dass Kate Tempest sich entschieden hat, nicht in Berlin aufzutreten”, erklärte der neue Volksbühnen-Chef Chris Dercon. „Obwohl ich ihr Unwohlsein in dieser Situation verstehen kann, hätte ich mir gewünscht, dass sich die Künstlerin für einen Dialog mit ihrem Publikum geöffnet hätte. Dafür machen wir Kunst.“ Bereits gekaufte Karten können nach Angaben der Volksbühne bis zum 20. Oktober über die jeweilige Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden.

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