Nach Erpressungsversuch: Conchita Wurst: „Ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv“ – Queer – Berlin

„Heute ist der Tag gekommen, mich für den Rest meines Lebens von einem Damoklesschwert zu befreien: Ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv“, schrieb Tom Neuwirth unter seinem Künstlernamen Conchita Wurst am Sonntagabend im Online-Bilderdienst Instagram. Für die Öffentlichkeit sei dies zwar „eigentlich irrelevant“, aber ein Ex-Freund drohe, „mit dieser privaten Information an die Öffentlichkeit zu gehen“. Er gebe „niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen“, schrieb der Drag-Künstler, der 2014 als Conchita Wurst den Eurovision Song Contest gewonnen hatte.

Bisher wollte er seine HIV-Infektion nach eigenen Angaben aus mehreren Gründen nicht öffentlich machen: „Der wichtigste war mir meine Familie, die seit dem ersten Tag Bescheid weiss und mich bedingungslos unterstützt hat.“ Seinen Angehörigen hätte er „die Aufmerksamkeit für den HIV-Status ihres Sohnes, Enkels und Bruders gerne erspart“.

Es gehe ihm gesundheitlich gut

Auch seine Freunde wüssten „seit geraumer Zeit Bescheid“ und gingen „in einer Unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem Betroffenen wünschen würde“, schrieb der Sänger. Es gehe ihm gesundheitlich gut und er fühle sich „stärker, motivierter und befreiter denn je“. Conchita Wurst äußerte in dem Instagram-Eintrag die Hoffnung, „Mut zu machen und einen weiteren Schritt zu setzen gegen die Stigmatisierung von Menschen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert haben“. HIV kann die Immunschwächekrankheit Aids auslösen.

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Conchita Wurst: „Ich bin HIV-positiv“

Mit entsprechenden Medikamenten kann die Viruslast im Körper des Betroffenen aber so weit zurückgefahren werden, dass keine HI-Viren mehr im Blut nachgewiesen werden können.

Der Sänger, der kommende Woche die Verleihung der Amadeus Austrian Music Awards präsentiert, bekam umgehend Unterstützung von seinen Fans. „Ich bin und bleibe ein Fan von dir und hoffe das wir irgendwann erreichen, dass HIV keine Rolle mehr spielt“, kommentierte einer auf Instagram. Ein anderer Nutzer schrieb, es sei „eine Schmach, dass ein HIV-Status immer noch erpressbar macht, – zumindest in den Augen von vielen“. Vielleicht sei die Stellungnahme von Conchita Wurst aber der „Beginn eines Umdenkens in der Gesellschaft“. (AFP, Tsp)

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