Afrika: Augenzeugen berichten von Militär in Simbabwes Hauptstadt Harare – Politik

Am Montag hatte der Oberkommandeur der Streitkräfte Simbabwes die Regierung von Präsident Mugabe öffentlich kritisiert und eine Warnung ausgesprochen. Wenn es weitere Säuberungen unliebsamer Beamter und Politiker geben sollte, müsse das Militär „einschreiten“, sagte General Constantino Chiwenga.

Nun gibt es Meldungen, dass in der Hauptstadt Harare Militärfahrzeuge unterwegs sind. So berichten etwa Korrespondenten der BBC, dass gepanzerte Fahrzeuge einen bedeutenden Militärstützpunkt verlassen hätten und auf den Straßen Harares unterwegs sein. Ihr Ziel sei nicht auszumachen.

Chiwengas Drohung vom Montag kam nur wenige Tage, nachdem der 93 Jahre alte Langzeitpräsident Mugabe angekündigt hatte, mehr als 100 leitende Beamte mit Verbindungen zum früheren Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa feuern zu wollen. Mnangagwa hatte er vergangene Woche entlassen.

Die Säuberungen richten sich dem General zufolge gezielt gegen Parteimitglieder der alten Garde, die sich am Kampf gegen das bis 1980 regierende weiße Minderheitsregime beteiligt hätten. „Das muss aufhören“, sagte Chiwenga vor Journalisten. Er kritisierte auch, dass sich die wirtschaftliche Lage in Simbabwe wegen Grabenkämpfen in der Regierungspartei seit fünf Jahren nicht verbessert habe. Chiwenga gilt als Kritiker von First Lady Grace Mugabe, die sich Hoffnungen macht, ihrem Mann im obersten Staatsamt nachzufolgen.

Mnangagwa kritisierte Mugabe nach seiner Absetzung scharf: „Die Partei ist nicht das persönliche Eigentum von Ihnen und Ihrer Frau.“ Er floh unter Hinweis auf Drohungen gegen ihn zunächst außer Landes. (Tsp mit dpa)

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